... und ich war mitten drin
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Doppelpanne legt veralteten Intercity lahm
VON KAI GAUSELMANN, 21.10.11, 21:47h, aktualisiert 21.10.11, 22:21h
Ein Intercity (IC) der Deutschen Bahn (DB). (ARCHIVFOTO: DAPD)
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MAGDEBURG/MZ. In Köthen musste am Donnerstagabend ein Intercity (IC) evakuiert werden, weil er wegen gleich zwei aufeinanderfolgenden Pannen nicht mehr weiter fahren konnte und Rauch in die Waggons zog. Die etwa 200 Reisenden erreichten Halle mit eineinhalbstündiger Verspätung. Die erste Panne auf der Fernverkehrsstrecke Hannover - Leipzig ereignete sich kurz vor dem Bahnhof Calbe (Salzlandkreis). Dort blieb der Zug nach Angaben der Bahn wegen eines elektronischen Defekts im Steuerwagen liegen. Deshalb musste die am Zugende angehängte Lokomotive nach vorne geschafft werden - und auf dem Parallelgleis den IC umfahren. Nach 30 Minuten konnte die Fahrt fortgesetzt werden. Zwischen Calbe und Köthen kam es zur zweiten Panne. Die Zugbegleiter mussten eine Bremse löschen, die sich nicht gelöst hatte und überhitzte. "Die Ursache ist bisher unbekannt", sagte Bahnsprecher Jörg Bönisch. Ob die Bremse brannte, ließ er offen. Er sprach von "thermischer Überbeanspruchung der Bremsbeläge" und "Rauchentwicklung". "Akute Gefahren bestanden nicht", sagte Bönisch. Fakt ist: Im gesamten Zug stank es bestialisch, die vorderen Abteile waren verraucht. "Wir saßen relativ weit vorne. Da war richtig Rauch in den Abteilen, es stank wie nach verbranntem Kabel. Das war ein stechender Geruch in der Nase", schilderte MZ-Mitarbeiterin Claudia Crodel, die an Bord war. Viele Reisende flohen in den hinteren Zugteil; außer im Bistrowagen können Reisende in den alten IC-Zügen keine Fenster öffnen. Der IC konnte schließlich nur im Schritttempo auf ein Nebengleis des Köthener Bahnhofs fahren. Dort wurden die Reisenden vom Zugpersonal über Gleise zu den Bahnsteigen geleitet, wo sie mit einem anderen Intercity weiterfahren konnten.
Der Fahrgastverband Pro Bahn macht für die Doppel-Panne die veralteten Intercity-Züge verantwortlich. "Damit gibt es öfter Probleme", sagte Verbands-Bundeschef Karl-Peter Naumann der MZ. "So eine Verkettung unglücklicher Umstände hatten wir aber auch noch nicht." Die Bahn habe aber bereits auf die Störanfälligkeit der Züge reagiert und Ersatz bestellt. "Ab 2013 sollen auf der Strecke Hannover - Leipzig moderne Doppelstockzüge fahren", so Naumann. Die Reisenden können sich wegen einer Entschädigung an die Bahn wenden. "Ich habe anstandslos 25 Prozent des Fahrpreises erstattet bekommen", berichtete Crodel. Das Formular hatte sie im zweiten IC erhalten. Der Zugführer dort fiel auch durch seine Durchsage auf: "Wir begrüßen die zugestiegenen Reisenden aus dem Katastrophenzug!"